Dialekte in Deutschland: Die Beliebtesten in Deutschland

Die schönsten Dialekte in Deutschland





Zusammenfassung: In Deutschland gibt es viele verschiedene Dialekte, die sich je nach Region deutlich unterscheiden. Aber welcher ist der beliebteste im Land? Das wollte Deutschlandreise24 in einem großen Voting herausfinden – und nun steht der Sieger fest.

Inhaltsverzeichnis

Dialekte in Deutschland

Sprachwissenschaftler unterscheiden hierzulande etwa 20 Dialektgruppen, unter denen jeweils Mundarten mit Ähnlichkeiten zusammengefasst sind. Einige deutsche Dialekte werden nur noch von sehr wenigen Menschen gesprochen, andere wiederum, wie Bayerisch, Sächsisch oder Schwäbisch, sind weithin bekannt und verbreitet. Meist finden diejenigen, die ihn sprechen, ihren eigenen Dialekt am schönsten. Aber wie sieht es mit der Wahrnehmung im Rest des Landes aus? Welcher Dialekt ist der beliebteste? Das wollte Deutschlandreise24 herausfinden und hat Anfang Juni ein großes Voting gestartet.

Zunächst haben wir unsere Follower bei Facebook gefragt, welche Dialekte in Deutschland sie am schönsten finden. Die am häufigsten genannten Antworten haben wir um einige weitere, häufig gesprochene Dialekte ergänzt. Zehn Dialekte standen nun letztlich zur Auswahl. An dem Voting konnte pro Endgerät (Computer, Smartphone, etc.) einmal abgestimmt werden. Insgesamt kamen im Votingzeitraum mehr als 118.000 Stimmen zusammen. Dabei haben zwei Dialekte besonders abgeräumt.

In Deutschland Reisen und Dialekte erkunden

Die schönsten Dialekte Deutschlands

Auf Platz eins hat es ein Dialekt geschafft, der in ganz Deutschland bekannt ist: bayerisch. Dabei handelt es sich um einen Dialekt, den auch die meisten Menschen sofort zuordnen können. Dabei ist nicht nur der Klang der Sprache, etwa durch das rollende „r“, besonders. Auch viele Redensarten des bayerischen Dialekts wie beispielsweise „Ja, mei!“ oder „So a Schmarrn!“ haben es zu überregionaler Bekanntheit geschafft. Nicht nur die Deutschlandreise24-Leser haben sich übrigens für den Dialekt ausgesprochen: Auch die UNESCO hat sich 2009 für das Bayerische eingesetzt und die „bairische“ Sprache als gefährdet und damit schützenswert eingestuft, wie auf der Seite des „Förderverein Bairische Sprache und Dialekte“ zu lesen ist.

Sylvia Freund von Bayern Tourismus freut sich über die Platzierung: „Für uns ist das bayerische Lebensgefühl das wichtigste Alleinstellungsmerkmal des Reiselandes Bayern. Daher freut es uns sehr, dass die bayerischen Dialekte als ein Ausdruck dieser besonderen Lebensart von so vielen Menschen positiv wahrgenommen werden.“

Doch was macht den Dialekt eigentlich so besonders? „Wenn Leute Bairisch hören, kommen bei diesen sofort Bilder wie Berge, Seen, Landschaften, Brauchtum und Leute in Tracht. Das sind alles positive Bilder, die von vielen Menschen positiv erlebt werden bzw. in Erinnerung sind“, erklärt Siegfried Bradl, Vorsitzender des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte, Deutschlandreise24. „Sprachbezogen kommt hinzu, dass der bairische Dialekt gut ‚ins Ohr geht‘, filigran und feinsinnig in seiner Ausdrucksweise ist und die Emotionalität der Menschen mit einschließt“, sagt Bradl weiter.

Für Bradl gibt es übrigens eine klare Unterscheidung von bayerisch und bairisch. Mit der Schreibung bayerisch beziehe man sich auf das geografische und politische Gebilde des heutigen Freistaats, mit bairisch hingegen auf einen bestimmten Dialekttyp. „Dieser wird außer in Altbayern (Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz) auch in Österreich und darüber hinaus gesprochen“, erklärt Bradl.

Platz 2 im Norden, Rang 3 und 4 im Süden

Auf Platz zwei landete ein Dialekt, der ganz anders als der Bayerische ist, aber ebenso eindeutig zuzuordnen: hamburgisch. Wer jemanden hamburgisch reden hört, hat direkt den Geruch von Meerwasser in der Nase und sieht vielleicht vor seinem geistigen Auge einen Seemann vor sich. Der norddeutsche Dialekt wird vor allem von den sehr langgezogenen Vokalen und weichen Konsonanten (z.B. „Leeeude“ statt Leute) geprägt und von sprachlichen Verschmelzungen, z.B. „hassu“, „mussu“ oder „kennsu“. Auch hier sind typische deutsche Redewendungen, etwa „Budder bei die Fische“ oder das „Schietwedder“, überregional bekannt.

Nach dem Norddeutschen ist übrigens wieder der Süden Deutschlands auf dem Vormarsch. Auf Platz drei im Voting landete das Schwäbische (13 Prozent), dicht gefolgt vom Badischen mit 10 Prozent. Somit liegen die beiden bekanntesten Dialekte in Baden-Württemberg ganz dicht beieinander.

Die schönsten Dialekte in Deutschland

  • Bayerisch: 21 Prozent (28.712 Stimmen)
  • Hamburgisch: 17 Prozent (23.673 Stimmen)
  • Schwäbisch: 13 Prozent (18.271 Stimmen)
  • Badisch: 10 Prozent (15.093 Stimmen)
  • Rheinisch: 8 Prozent (12.472 Stimmen)
  • Sächsisch: 8 Prozent (7.483 Stimmen)
  • Hessisch: 7 Prozent (4.382 Stimmen)
  • Fränkisch: 6 Prozent (3.573 Stimmen)
  • Berlinerisch: 5 Prozent (3.183 Stimmen)
  • Pfälzisch: 4 Prozent (2.946 Stimmen)

Wie viele Menschen in Deutschland sprechen Dialekt?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, da Dialekte nicht statistisch erfasst werden. Es dürften aber mehr als die Hälfte aller Deutschen sein: Laut einem Bericht des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache haben in einer Umfrage 60 Prozent der Befragten angegeben, dass sie einen Dialekt sprechen. Dabei ist es kaum verwunderlich, dass kaum jemand alle Dialekte korrekt zuordnen kann.

Teile mich...

Author: Deutschlandreise24

Share This Post On